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Liebe Mitglieder der Federnhilfe e.V., vor dem Treffen zur Jahreshauptversammlung möchte ich Ihnen g...
30. April 2018
Liebe Mitglieder der Federnhilfe e.V.,

vor dem Treffen zur Jahreshauptversammlung möchte ich Ihnen gerne einige klärende Worte als Grundlage zu der Diskussion, die wir dort führen werden, an die Hand geben. Nach der Meldung der letzten Artenschutzspende gab es neben großem Zuspruch auch zahlreiche kritische Stimmen. Vielen war bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst, dass die Federnhilfe schon seit dem Tag ihrer Gründung sowohl Artenschutz als auch Tierschutz als Ziele in der Satzung definiert hat. Beide Aspekte waren allen Gründungsmittgliedern wichtig. Es gab demzufolge nie eine Änderung der Vereinsziele, wie es teilweise in der Kritik auf Facebook zu lesen war. Ich habe jedoch größtes Verständnis dafür, dass der Artenschutz nicht im Zusammenhang mit der Federnhilfe wahrgenommen wurde, da bislang fast ausschließlich Tierschutzprojekte unterstützt wurden, was auch Schwerpunkt der Federnhilfe ist.

Zu Kritik führte zudem, dass die ZGAP (Fonds für bedrohte Papageien) die Spende erhielt. Die persönliche Abneigung, die einige Kritiker als Grund für die Empörung äußern, hat mich enorm überrascht, denn die ZGAP hat nicht nur unter Fachleuten einen hervorragenden Ruf. Wir werden in München die ZGAP als spendenbegünstigter Verein zwar am Rande, aber nicht ausführlich diskutieren können. Denn dazu würde auch gehören, dass die ZGAP vertreten ist, um Rede und Antwort stehen zu können, was sie aber nicht sein wird. Weiterer Anlass der Kritik war die Höhe von 3000 €, um das Artenschutzprojekt zur Verhinderung des Aussterbens des Salvadori-Weißohrsittichs zu unterstützen. Diese Summe wurde von manchen als zu hoch empfunden.

Hierzu einige selbstkritische Worte. Die Kommunikation zu dieser Spende, insbesondere die zum zweiten Vorsitzenden hätte in der Tat besser sein müssen. Wenn das zu Unmut geführt hat, tut mir das Leid und dafür übernehme ich selbstverständlich die volle Verantwortung. Ich habe mich daher dazu entschieden, die gespendeten 3000 € komplett aus meiner eigenen Vogel- und Reptilienpraxis, ohne die Finanzmittel der Federnhilfe zu vermindern, zu spenden. Es wird also kein einziger Euro der bislang gesammelten Spenden der Federnhilfe in dieses Projekt investiert. Zu den oben genannten 3000 € habe ich der Federnhilfe weitere 3000 € aus meiner Praxis als projektgebundene Spende für ein weiteres Artenschutzprojekt überwiesen. Dieses Projekt möchte ich Ihnen sehr gerne im Anschluss vorstellen.

Ihr Dr. Gerd Britsch

Das Gelbwangenkakadu Projekt

Der Gelbwangenkakadu wurde zum Zootier 2017 gewählt. In lange zurückliegenden Jahren wurden die Tiere in großer Zahl als Wildfänge auch nach Deutschland gebracht, was inzwischen zum Glück verboten ist. Da diese Kakadus sehr langlebig sind befinden sich neben den inzwischen nachgezüchteten Tieren auch noch einige der Wildfänge in europäischen Volieren. Vielleicht werden genau diese Tiere einmal gebraucht, um der schnell zurückgehenden Population in der Natur das Überleben zu sichern. Daher müssen Tierschutz (Verbesserung der Haltung in Menschenobhut) und Artenschutz (Sicherung des Überlebens in der Natur) Hand in Hand gehen. Beide Ziele finden sich in der Federnhilfe.

Wir stehen kurz davor, den Gelbwangenkakadu (Cacatua sulphurea) für immer in der freien Wildbahn zu verlieren. Lebensraumzerstörung und Wilderei sind zwei Gründe für den drastischen Rückgang. Aber es kam noch eine unerwartete dritte Bedrohung hinzu. Bei der Überwachung von Nisthöhlen wurde eine ungewöhnlich hohe Sterblichkeit der Küken festgestellt, deren Ursache bislang nicht bekannt ist. Sollte diese Bedrohung nicht schnellstens identifiziert und beendet werden, wird der rasante Rückgang nochmals beschleunigt und wir werden in Kürze erleben, dass diese Kakadus nicht mehr in der Natur zu finden sind. Ziel des Projektes ist es, die Ursachen aufzuklären, um den letzten verblieben Tieren eine Perspektive für das Fortbestehen dieser wunderschönen Art in der Natur zu geben.
Ursprünglich veröffentlicht auf unserer Facebook-Seite.
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