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FedernHilfe e.V.
Gemeinnütziger & innovativer Tierschutz.
Für ein artgerechtes Leben aller Papageien und Sittiche in menschlicher Obhut.

Der Verein FedernHilfe e.V. erhält diesjährigen Tierschutzpreis der Bayerischen Staatsregierung


Am 12.10.2021 wurde die FedernHilfe e.V. im Rahmen einer Feierstunde im Max-Joseph-Saal der Münchner Residenz mit dem Tierschutzpreis der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet. Wir haben uns unglaublich über die Anerkennung gefreut. Vielen Dank an alle Helfer und Unterstützer der FedernHilfe.

Die Laudatio der Jury:

Der 2017 von auf Vogelmedizin spezialisierten Tierärzten gegründete Verein hat sich dem Tier- und Artenschutz für Papageien und Sittiche verschrieben.

Diese Vögel können ein Alter von mehreren Jahrzehnten erreichen. Viele der Tiere zeigen durch falsche Haltung oder Aufzucht bedingtes Fehlverhalten und werden aus den verschiedensten Gründen abgegeben. Dann muss ein geeigneter Platz für diese sensiblen Vögel gefunden werden.

Durch das Netzwerk der FedernHilfe gelingt dies optimal bei gleichzeitiger sachkundiger Behandlung kranker Tiere. Zudem setzt sich der Verein für die Verbesserung der Haltungsbedingungen von Vögeln in menschlicher Obhut ein.

Im Bild von links nach rechts: Tierarzt Dr. Fritz Karbe (Schatzmeister der FedernHilfe), Tierarzt Dr. Gerd Britsch (1. Vorstand), René Hanika (Administrator und Brain der FedernHilfe), Tierarzt Hermann Kempf (2. Vorstand)

Der Verein FedernHilfe e.V.


2017 wurde die gemeinnützige FedernHilfe e.V. gegründet. Innerhalb des ersten Jahres wurden bereits über 80 Mitglieder, darunter auch viele vogelkundige Tierärzte und Biologen, gewonnen. 2021 sind wir bei über 220 Mitgliedern angekommen. Ziele des Vereins sind der Tierschutz und der Artenschutz für Papageien und Sittiche. Der Schwerpunkt liegt in der Verbesserung der Vogelhaltung in Menschenobhut.

Wie sieht die Situation jener Tiere aus, um die sich die FedernHilfe besonders kümmert?

Viele Papageien wurden vor Jahrzehnten gekauft und leben seither unter Bedingungen, die man damals für ausreichend hielt. Man kaufte sich ein Stück Exotik fürs Wohnzimmer, gerne bunt und sprechend, und in der Regel in Einzelhaltung, um dem Menschen ein treuer Mitbewohner zu sein. Aufgrund der hohen Lebenserwartung gibt es immer noch zehntausende dieser katastrophalen Vogelhaltungen. Oftmals wissen die Tierbesitzer nicht, was sie ihren Papageien antun, denn sie wurden zu einer Zeit zum Vogelkauf beraten, bei der wissenschaftliche Erkenntnisse nicht vorhanden waren, Empathie für das Mitgeschöpf eine untergeordnete Rolle gespielt hat und das Wohlbefinden des Menschen die Grenzen des Machbaren bei der Vogelhaltung definierte. Inzwischen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Papageien als sensible und hochintelligente Wesen Ansprüche an ihre Haltung stellen, die mit diesem Bild nicht vereinbar sind. Auf uns kommt eine große Anzahl alter und sehr alter Papageien zu, deren Besitzer inzwischen nicht mehr leben oder sich nicht mehr in der Lage sehen, ihre Tiere zu versorgen.

Was kann die FedernHilfe konkret leisten?

Die Aufgabe der Pflege jener Vögel, die in den letzten sechzig Jahren angeschafft wurden, gehen an die Nachkommen der Eigentümer über. Meist besteht kein Interesse an den Tieren und an einer Verbesserung der Lebenssituation der inzwischen betagten Papageien. Diese alten Tiere gilt es aufzunehmen und ihnen für die letzten Jahre eine artgerechte Unterbringung zu bieten.

Die FedernHilfe ist in dieser Situation oft die letzte Hoffnung. Sie unterstützt Auffangstationen, Vogelparks, Tierheime aber auch Privatpersonen bei der Verbesserung der Tierhaltung. Jenen, die nicht in der Lage sind, ihre Vögel artgerecht unterzubringen, bietet die FedernHilfe die Möglichkeit, ein neues, artgerechtes Zuhause zu suchen. Die wenigsten Tierheime verfügen sowohl über ausreichend große Volieren als auch über sachkundige Papageienpfleger. Das ist der Punkt, an dem die FedernHilfe eingreift. Mit hohem Aufwand entstehen Kompetenzzentren, die sowohl sachkundiges Personal als auch Großvolieren bieten. In diesem Zusammenhang wurden bereits zahlreiche Großvolieren in Vogelparks und Auffangstationen finanziert, in denen Vögel, insbesondere aus schlechter Haltung, unter Artgenossen leben können. Dort finden sie sowohl reichlich Platz als auch den passenden Partner. So werden aus kleinen, spärlich eingerichteten Käfigen bei den Vorbesitzern vielseitig ausgestattete Volieren, die Freiflug und Klettern ermöglichen. Aus der Einzelhaltung wird die Vergesellschaftung mit Artgenossen. Aus reinen Innenhaltungen in der Vergangenheit werden Freivolieren mit beheizten Innenräumen unter der Obhut der FedernHilfe, wodurch viele Vögel zum ersten Mal direkte Sonnenstrahlen, Regen und Wind erleben dürfen. Dort werden alte, einsame Vögel von kompetenten Papageienpflegern bei der Vergesellschaftung mit Artgenossen begleitet.

Dieser zähe, oft monatelang andauernde Prozess hat zum Ziel, dass in Isolation aufgewachsene Vögel oft vergessenes, arttypisches Sozialverhalten von ihrem Partnervögeln auffrischen und zu sozialkompetenten Schwarmmitgliedern und Partnervögeln werden. Häufige Verhaltensproblematiken wie permanentes Schreien und Rupfen werden so in vielen Fällen gleich mit therapiert, wenn auch jahrzehntelanges Federrupfen in der Regel nicht mehr ganz abgelegt wird. Für manche Papageien und Sittiche ist es das erste Mal in ihrem Leben, dass sie sich mit Artgenossen auseinandersetzen und unter optimierten Bedingungen leben dürfen. Diese Großvolieren dienen zudem als Verpartnerungsstation für Vögel, die ihren Partner verloren haben und sich unter einer Vielzahl von Artgenossen einen neuen Lebensgefährten suchen dürfen. Wenn die Bedingungen im ursprünglichen Zuhause optimal sind, können sie dann ihr Leben an ihrem gewohnten Platz unter artgerechten Voraussetzungen mit neuem Partner weiterführen.

Schutz der Vögel vor infektiösen Erkrankungen:

Abschließend sei erwähnt, dass alle Vögel, die den Weg in die Volieren der FedernHilfe finden, selbstverständlich auf infektiöse Erkrankungen untersucht werden. Dabei wird anhand des Fünffach-Tests auf Circoviren (PBFD), Polyomaviren (französische Mauser), Bornaviren (PDD), Herpesviren (Pacheco) und Chlamydien untersucht. Diese notwendige, wenn auch aufwändige Untersuchung gewährt die Sicherheit, dass Auffangstationen nicht zu Virenumschlagspunkten werden. Symptomatische und vor allem asymptomatische Virenträger können anhand der Tests identifiziert werden.

Hilfe für Virenträger:

Was passiert mit Vögeln, die Viren in sich tragen, mit dem Virus aber leben können und sogar gut zurechtkommen. Sie können nicht einfach vergesellschaftet werden, denn ihre Virusausscheidung kann eine Gefahr für gesunde Tiere darstellen. Auch für diese Tiere findet sich in der Datenbank der FedernHilfe immer wieder ein passender Partner, der das gleiche Virus in sich trägt. Sie müssen nicht einzeln leben, sondern können mit Hilfe der FedernHilfe eine Voliere finden, in der das Leben als Virusträger auch mit Artgenossen weiter geht.

Unterstützung von Veterinärämtern und Artenschutzbehörden bei Fällen von Verstößen gegen die Bundesartenschutzverordnung und das Tierschutzgesetz, Animal Hoarding und illegalen Tiertransporten:

Im Jahr 2019 konnten wir erstmalig Veterinärämter beim Vollzug des Tierschutzgesetzes unterstützen. Bei Beschlagnahmungen in Aichach-Friedberg und Passau konnten insgesamt rund 100 Vögel (vom Silberfasan bis zum Grünflügelara) erfolgreich untersucht, behandelt und in gute Haltungen vermittelt werden. Im selben Jahr unterstützten wir den Tierschutzbund direkt und indirekt bei der Vermittlung zahlreicher Vögel (insbesondere Prachtfinken) aus einem illegalen Tiertransport. Ein Pärchen Goffini-Kakadus (Anhang A) wurden als Fundvögel im Landkreis Aichach-Friedberg eingefangen und über uns erfolgreich weitervermittelt.

2020 wurden in Baden-Württemberg bei einer größeren Beschlagnahme wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetzt 57 Großpapageien (darunter viele Aras und Kakadus) und Großsittiche von der FedernHilfe sofort aufgenommen. Nachdem die Tests auf infektiöse Erkrankungen abgeschlossen waren, konnten alle Tiere in dauerhafte Unterbringungen in großen Volieren vermittelt werden. Zusätzlich fanden in diesem Jahr eine weitere Beschlagnahmung in Passau (rund 40 Papageienvögel) und eine forcierte Abgabe im Landkreis Neumarkt i.d.Opf. mit 8 Papageien statt, die über uns abgewickelt werden konnten. Zwei ausgesetzte Amazonen im Gemeindegebiet Eggenfelden konnten rasch fachgerecht untergebracht werden.

Weitere Tätigkeiten der FedernHilfe e.V. sind:

  • Partnervogelvermittlung über unsere Homepage
  • Nachbarschaftshilfe
  • Unterstützung in Notfällen (z. B. Naturkatastrophen, die die Vogelhaltung bedrohen)
  • Nachlassverwaltung Ihrer Vögel im Pflege- oder Todesfall
  • eine Plattform für entflogene und gefundene Papageien und Sittiche
  • Futter-Spendenaktionen
  • Unterstützung von Artenschutzprojekten
  • Beratungen für Vogelhalter zur Optimierung der Haltung

Werden Sie Mitglied oder unterstützen Sie mit einer Spende die Ziele der FedernHilfe e.V.!

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Die Erfolgsmeldungen reißen nicht ab. Am Samstag freuten wir uns gemeinsam mit dem Team von PAPAVEO die neue beeindruckende FedernHilfe Großvoliere einweihen zu können...